20.09.2025
Vor dem nächsten Treffen habe ich einen Plan erstellt, um die nächsten Schritte festhalten und zu visualisieren:
KI ist in aller Munde und ist die Zukunft. Wie können wir diese aber lokal nutzen und mit ihr unsere Region besser und attraktiver machen? Es kam die Idee eines KI-Chatbots, der bei den Manderscheider Burgen vor Ort individuelle Fragen der Besucher beantwortet und die Burgen attraktiver macht.
Die Manderscheider Burgen in der Vulkaneifel sind ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer, Familien und Geschichtsbegeisterte. Der Burgenverein, für den ich das Projekt realisiere, ist sehr engagiert und veranstaltet das jährliche Burgenfest, welches Besucher aus ganz Rheinland-Pfalz anzieht.
Auf herkömmlichen Infotafeln können nur ausgewählte Informationen und Fakten dargestellt werden. Ein KI-Chatbot hat Zugriff auf eine riesige Datenbank mit allen Informationen über die Burg – alles an einem Platz. Jede Frage und Rückfrage kann so individuell beantwortet werden, und es kann auf persönliche Besucherinteressen eingegangen werden.
Im Gegensatz zu Infotafeln, wo nur Informationen auf Deutsch verfügbar sind, beherrscht ein Chatbot alle Sprachen dieser Erde – sogar Dialekte wie Schweizerdeutsch. In Hinblick auf die Grenznähe zu den Beneluxstaaten, Frankreich und der US-Airbase Spangdahlem und somit mit vielen nicht deutschsprachigen Besuchern ist das ein echter Vorteil.
Eine solche Lösung gibt es sonst nirgends. Es steigert die Bekanntheit des Ortes, macht ihn attraktiver. Vor allem junge Menschen haben oft keine Lust, sich ewig lange Texte durchzulesen und wollen schnelle Antworten.
Auf der Infotafel wird ein QR-Code angebracht, der gescannt wird. Anschließend wird man auf ein einfach zu verstehendes Chat-Interface weitergeleitet, wie man es von gängigen KI-Modellen wie z.B. ChatGPT kennt. Nun kann die Konversation starten. Der Internetempfang wurde vor Ort überprüft und ist stark genug, dass alles reibungslos funktioniert.
Seit dem Launch von den KI-Flaggschiffen von OpenAI und CO. habe ich mich für die Funktionsweise von KI-Sprachmodellen interessiert und mich mit der Funktionsweise, Chancen, aber auch Gefahren von Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Nachdem ich vor allem negative Schlagzeilen und Berichte in Hinblick KI über Gefahren für Jobs und Bildung gelesen habe, habe ich mir die Frage gestellt, wie man KI vorm allem in meiner Region wirklich sinnvoll und mit einem Mehrwert einsetzen kann und wie wir als junge Menschen auch älteren Menschen in unserer Gesellschaft die vielen Vorteile von KI nahelegen können. Ich erinnerte mich an die Manderscheider Burg, wo ich als Kind viel Zeit verbrachte und bekam die Idee, das Erlebnis mithilfe von KI noch besser zu machen. Nachdem ich den Burgenverein per Mail kontaktiert, telefonierte ich mit dem Vereinsvorstand und traf mich mit diesem, um mein Konzept weiter auszuarbeiten und die Meinung des Vorstandes einholte, der interessiert war und Lust hatte, das Projekt zu realisieren. Im Sommer 2025 entwickelte und trainierte ich einen Prototypen auf Basis verschiedener großer Sprachmodelle. Das beinhaltete die Recherche und Sichtung im Archiv nach seriösen Quellen, um eine strukturierte Datenbank mit möglichst allen verfügbaren Informationen über die Burg und Ihre Geschichte aufzubauen, die stetig mit neuen Informationen wächst.
Vor dem nächsten Treffen habe ich einen Plan erstellt, um die nächsten Schritte festhalten und zu visualisieren:
Heute führte mich meine Recherche ins Kreisarchiv der Stadtbücherei Wittlich. Das Ziel war klar definiert: authentische, quellenbasierte Informationen zu finden, die eine solide Wissensgrundlage für mein KI-Modell bilden können. Nach mehreren Stunden systematischer Durchsicht der Bestände stieß ich auf zwei vielversprechende Bücher des Eifelvereins, die ich zur weiteren Bearbeitung auslieh. Zu Hause angekommen, begann die Digitalisierung – jede Seite wurde sorgfältig eingescannt, um die wertvollen Informationen für die digitale Weiterverarbeitung zugänglich zu machen. In den nächsten Monaten werde ich diese implementieren und das KI-Modell weiter verbessern. Bald steht dann das nächste Treffen an, bei dem wir der Realisierung einen großen Schritt näher kommen werden. Dieses Mal werden auch Mitglieder des Stadtrats und die Bürgermeisterin dabei sein.
Heute habe ich mich das erste mal mit einem Teil des Manderscheider Burgenvereins getroffen, um meine Idee in einer Präsentation vorgeschlagen. Als ich die Idee erklärt, Vorteile hervorgehoben und erste Fragen beantwortet habe, ließ ich einen ersten Prototypen testen. Auf Basis des sehr wertvollen und Feedback und Anmerkungen werde ich den Chatbot im Laufe des Sommers verbessern. Eine wichtige Erkenntnis war, dass im Internet verfügbare Informationen anscheinend oft fehlerhaft sind. Da der Chatbot auf diesen Informationen fußt, gab es gelegentlich faktisch falsche Information. Auch darüber werde ich mir in nächster Zeit Gedanken machen.
Das KI-Modell basiert auf einem LLM, einem großen Sprachmodell, welches von Konzernen wie OpenAI oder Anthropic zur Verfügung gestellt wird. Dies ist die Basis der Anwendung. Hier können Gebühren anfallen, die aber stark von der Nutzung und dem letztendlichen Modellwahl abhängen und eher im niedrigeren mit mittleren zweistelligen Bereich monatlich sein werden.
Das Modell muss im Internet öffentlich verfügbar sein, weshalb es gehostet werden muss. Da dies der letzte Schritt ist, ist hier noch nicht viel klar. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, von der Integration auf der bereits bestehenden Webseite bis zum Hosting auf einer eigenen Webdomain, deshalb kann ich noch keine Prognose erstellen.
Vor Ort muss auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht werden und ein gut sichtbarer QR-Code mit einer Anleitung angebracht werden. Hierzu könnte eine zusätzliche professionell hergestellte Infotafel in Auftrag gegeben werden, die sicher in die Erde eingelassen werden muss. Nach einer Recherche habe ich erfahren, dass dies bis zu 300 Euro kosten kann.
Kurz vor Inbetriebnahmen ist es sinnvoll, die Webseite und die Anwendung rechtlich überprüfen zu lassen, da es viele Vorgaben für Webseiten und DSGVO-Regeln gibt.